Ein Stern geht unter – Mercedes verlagert Produktion nach China

Der deutsche Autobauer Daimer hat angekündigt, bei der neuen Motorengeneration künftig mit der chinesischen Firma Geely zu kooperieren und die neuen Motoren in China zu entwickeln.

Bei der Entwicklung seiner nächsten Motorengeneration will der Autobauer Daimler mit Geely zusammenarbeiten. Damit lässt Daimler bald Motoren in großem Stil in China bauen. Der Betriebsrat ist „fassungslos“.

Wirtschatswoche

Die Unternehmen planen die Entwicklung eines hocheffizienten modularen Motors, der Hybridfahrzeuganwendungen der nächsten Generation ermöglicht, die in Europa und China hergestellt werden“, verkündete ein Daimler-Sprecher am Dienstag. Somit ist der Vorsprung eines der größten deutschen Automobilherstellers in Fokus Know-How nun offiziell Geschichte. Die Aufteilung des Produktionsvolumens zwischen China und Europa steht laut Daimler noch nicht fest. Bereits der Motor der letzten A-Klasse /CLA /GLA ist ein Umbau eines Renault-Motors.

Der Betriebsrat des führenden Antriebswerks in Stuttgart-Untertürkheim ist entrüstet und kritisiert das Projekt scharf: „Wir sind fassungslos. Nicht einmal Diskussionen über alternative Fertigungsstandorte waren möglich“, erklärte Betriebsratschef Michael Häberle. Der Standort könne ebenfalls Vierzylindermotoren fertigen, es habe nicht einmal Gespräche dazu gegeben.

Zwar kommen die Geely-Umfänge vom bisherigen Motoren-Partner Renault. Doch auch das Daimler-Werk in Untertürkheim hätte noch Kapazitäten frei und die Motoren gerne gefertigt. „Diese Chance haben wir jetzt verpasst“, zeigt sich ein Mitarbeiter zerknirscht. Einziger Grund für die Auslagerung der Entwicklung und Produktion scheint der technische Fortschritt und die niedrigen Produktionskosten aufgrund ensprechender Arbeitsbedingungen in Forschung sowie Fertigung Geelys zu sein. Laut einem Insider könne Daimler so Millionen sparen.Eine gute Botschaft für die deutschen Standorte ist es freilich nicht. Nachrichten wie diese seien derzeit „gefährlich“, heißt es in Arbeitnehmerkreisen. Die Stimmung unter den Mitarbeitern sei am Boden. Eine vollständige Ausgliederung der eigenen Produktion an Geely scheint immer wahrscheinlicher. Dies würde eine Rekordarbeitslosigkeit für Deutschland bedeuten.

Wird Geely nach Volvo jetzt auch Mercedes übernehmen?

Um die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern und Skaleneffekte zu erzielen, würden die Unternehmen dazu ihre Fachkenntnisse in den Bereichen Entwicklung, Einkauf und Industrialisierung bündeln, zitierte das Blatt einen Sprecher. Das Projekt, in das die Motoreneinheit von Geelys Europa-Tochter Volvo Cars eingebunden ist, sei Teil der Transformation von Mercedes-Benz, hieß es in dem „Handelsblatt“-Bericht. Die Motoren sollten Autos von allen drei Partnern antreiben. Der Deal hat weitreichende Konsequenzen: So bedeute er nicht nur das Ende einer Kooperation mit Renault bei Motoren für Kompaktautos, sondern auch eine Bedrohung für die deutsche Automobilindustrie, da durch neue Produktionskapazitäten in China der Druck auf die Belegschaft steigt.

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