Der E-Euro

Der digitale E-Euro ist im kommen. Die Französische Nationalbank ist vorreiter bei der Einführung. Es soll eine alternative zu Bitcoin und dem physischen Geld sein und jene vielleicht sogar ersetzen. Jedoch bietet er auch eine große Gefahr: den Datenschutz. Die aktuelle Konzeption des E-Euros ermöglicht eine lückenlose Verfolgung sämtlicher Geldtransfere über ein digitales Bankkonto, das direkt bei der Zentralbank erstellt wird. So können zwar Steuerhinterziehung und andere kriminelle Aktivitäten viel leichter verfolgt werden, allerdings wird auch der normale Bürger völlig gläsern. Da öffentliche und staatliche Institutionen auch ein begrenztes Budget haben, könnte so die Datensicherheit nur zu einem gewissen Grad sichergestellt werden. Der aktuelle technische Stand der Polizeistationen in Deutschland ist allerdings teilweise nur sehr dürftig.

Darauf, wie dürftig die Sicherheit jener Institutionen sein kann, geben die Zustände der Hamburger Polizei Aufschluss:

Wir klären Straftaten heute nicht mehr auf, weil wir in der IT-Welt so sehr abgehängt wurden. Und das wird Jahrzehnte dauern um das Aufzuholen. […] Wenn meine Kollegen das LKA [Landeskriminalamt] verlassen, dann ist es so als betritt man eine digitale Welt – eine digitale Welt, die man so von dem Arbeitsplatz nicht kennt.

JAN REINECKE, BUND DEUTSCHER KRIMINALBEAMTER [RBB „KONTRASTE“ 16.04.2020, NDR „Extra 3 – Realer Irrsinn“: Hamburger Polizei ohne Internet, 13,05,2020]

7.000 Rechner sind noch nicht von dem inzwischen nicht mehr unterstützen Windows 7 auf Windows 10 umgestellt. Wenn es schnell gehen soll wird nicht etwa ein Screenshot aufgenommen, sondern bei der Polizei die Handynachricht mit einer Digitalkamera abfotografiert. Die sicherung und Auswertung beschlagnamter Handys könnte biszu 9 Monate dauern.

Bevor wir unsere Währung digitalisieren muss also erst einmal sichergestellt werden, dass unser Staat und seine Institutionen überhaupt über die technischen Vorraussetzungen verfügt, jene Aktion und die digitalen Konten überhaupt anständig abzusichern.

Zwar haben wir bereits seit zehn Jahren einen E-Perso, der scheinbar auch entsprechend abgesichert ist – jedoch: Wer kennt Ihn? Und wer nutz Ihn? Wird der E-Euro etwa auch nur wieder solch ein kläglicher Versuch, seinen nicht vorhandenen digitalen Fortschritt zu zeigen?

E-Perso auf dem Smartphone? | Die Bundesdruckerei, die hauptverantwortlich für das Projekt “Optimos 2.0” ist, hat bereits eine funktionsfähige Demoversion veröffentlicht. Bislang ist diese allerdings nur für das Samsung Galaxy S20 freigegeben. Weitere Modelle von Samsung, aber auch neuere Apple-iPhones und Google-Pixel könnten folgen. Dafür müssten die Hersteller die Sicherheitschips in ihren Geräten zunächst für die Ausweisfunktionen freischalten.

Redaktionsnetzwerk Deutschland: “ Elektronischer Personalausweis: Fragen und Antworten zum digitalen Dokument“ 17.09.2020.

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