Pseudokognito

Wie privat ist Surfen im privaten Modus wirklich? Die Frage beschäftigt nun auch ein Bundesgericht im kalifornischen San Jose. Dort haben drei Privatpersonen über die Kanzlei Boies Schiller Flexner Sammelklage gegen den US-Konzern Google eingereicht. Die fordert pro Kläger 5000 Dollar, insgesamt könnte es um fünf Milliarden Dollar gehen. Der Vorwurf: Google habe Nutzer unrechtmäßig ausgespäht – während die darauf vertrauten, im sogenannten Inkognito-Modus gut vor Überwachung geschützt zu sein.

Der Inkognito-Modus ist alles andere als privat – Süddeutsche Zeitung

Fast jeder Browser verfügt inzwischen über einen Inkongito Modus, der dem Nutzer Anonymität suggeriert. Doch wie anonym ist dieser?

Zuersteinmal muss man bedenken, dass Daten von dem Brower und von der Aufgerufenen Website erhoben werden. Wenn man also in den Inkongito-Modus geht oder privates Surfen verwendet, dann soll der Browser selber keine Daten erheben, also keinen Report an den Entwickler über die Nutzungsaktivität und deren statistiken liefern, keine Chronik (Browserhistorie) anlegen und idealer Weise auch keine Cookies speichern bzw. nach Ende der Session löschen.

Allerdings können Websiten immernoch Daten über den PC erheben. Diese Datenerhebung ist teilweise auch ein elementarer Bestandteil der Funktionsweise des Internets. Schauen wir uns in einem einfachen Schema an, was passiert wenn man eine Website aufruft.

Zuersteinmal stellt der Client (Ihr PC / Smartphone / Tablet) eine Anfrage an den Server (z.B. an Telekom.de), dieser schickt dann eine Kopie der Webiste an den Client, die dann angezeigt wird.

Dafür muss der Server wissen, an welchen Client er welche Datenpakete schicken muss. Dafür hat jedes Gerät eine Adresse – die IP-Adresse. Sie dient der Zuordnung. So weiß also auch im Inkongito-Modus der Server welcher Client welche Inhalte und Websiten aufruft. Und so kann auch eine Suchmaschiene wie Google oder Bing ein Suchprofil von einem Client, bzw. einer Person erstellen.

Um das zu verhindern gibt den VPN. Hier wird die Anfrage oft verschlüsselt über einen zwischengeschalteten Router versendet. Die Anfrage geht also vom Client zum Router und von dort aus zum Server. Somit kann der Server kein Profil von dem Client erstellen. Auch gibt es dafür sogenannte Onion-Browser. Die Leiten die Anfrage über ein Netz diverser Router weiter, dies geschiet allerdings unverschlüsselt, weswegen oft ein verschlüsselter VPN mit einem Onion-Browser (Tor) kombiniert wird.

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