Rasend in die Rad[ar/l]falle

Der neue Bußgeldkatalog 2020 ist seit ein paar Tagen nun veröffentlicht und gültig. Und wie immer ist einwas zu erkennen: Die Strafen werden härter. (Warum werden eigentlich generell alle Strafen härter? Werden wir denn so viel mehr gewalttäger und straffälliger?)

Ab sofort ist de „Lappen“ schon ab 21km/h innerorts abzüglich Toleranz mit einem dicken Punkt belastet und für einen Monat in … nennen wir es freundlich Quarantäne. Die einen Jubeln und stimmen zu. Die anderen denken sich nur „nicht schon wieder“. Aber wie gerecht ist denn die Strafverteilung?

Für die dicht befahrenen Innenstädte, wo die Gefahren von betrunkenen und / oder unvorsichtigen Passanten die plötzlich vom Parkstreifen hervorspringen lauern, ist das auf jeden Fall gerechtfertigt. Aber werfen wir doch einmal einen Blick auf die Stadtautobahn. „Klar, wegen dem Verkehr kommt man da eh nicht schnell vorwärts“, sagen die einen. Die Vielfahrer aber wissen: Das gilt nicht für die Nacht. Zu dieser Tageszeit kann man auch problemlos ohne die geringste Gefährdung 30km/h schneller fahren… wenn nur sehr wenige Autos auf der 3-Spurigen Autobahn sind ist das kein Problem. Gerade außerhalb der Städte. Die dauerhaften Geschwindigkeitsbegrenzungen gelten auch dann. So auch die Strafen, die für den Beruftsverkehr gerechtfertigt sind. Natürlich kann man sagen, der Lärmschutz ist der Grund. Allerdings können die Geschwindigkeitsbegrenzungen wegen Lärmschutz ja unberührt von einer Lockerung sein. Es gibt auch nur verhältnismäßig wenige davon.

Wieso können wir nicht einfach generell unterscheiden? Unterscheiden zwischen Übertretungen mit und ohne Gefährung. Die mit Gefährdung werden nach aktuellen Maßstäben geahndet, die ohne nach leichteren.

Und wieso reden wird immer nur von Übertretungen, nicht von „Untertretungen“. Diejenigen, die mit 50 über die Autobahn schleichen sind ebenso gefährlich, da nicht die Geschwindigkeit die Gefahr ist – es ist der Unterschied der Geschwindigkeit. Wieso gibt es diesbezüglcih nicht ebenso härtere Regelungen.

Was ist mit den Fahrradfahrern? Jeder Autofahrer kennt das: Den Steuerberater mit neongelben Leuchtstreifen an den Hosenenden, der denkt er sei Jan Ulrich nur weil er im WSV für zwei tausend Euro ein Rennrad abgestaubt hat. Der, der mit sienen 10 – 15 km/h mit hochrotem Kopf von den Autos mit 100 – 115 km/h überholt werden. Die, die jetzt 2 Meter Abstand verlangen dürfen – die, die aber auch bei Existenz eines Radwegen jenen verpflichtet sind zu benützen. Wieso gibt es da nicht härtere Strafen, wenn ein Radfahrer sich nicht daran hält. Dort ist der Geschwindigkeitsunterschied viel größer, was wiederum eine viel größere Gefahr darstellt. Vor allem der große Pflichtabstand macht ein Überholmanöver nicht immer möglich, worduch das Auto das berholen wollte sehr stark abbremsen muss, das dahinter noch stäker und das dahinter umso stärker. So entstehen klassische Auffahrunfälle. Auf kleinen Landstraßen, die zwei nahe Dörfer verbinden ist das ja in Ordnung. Da darf man eh meistens nicht schneller als 60 fahren. Aber auf gut ausgebauten langen Bundesstraßen? Man muss die Regel sogar noch ausweiten. Nicht nur auf Radwege, sondern auch dort wo Feldwege sind muss man verpflicthet sein, jene zu nutzen. Und dies muss auch von der Polizei verstärkt kontrolliert und geahndet werden. Gerade da die Bundesstraße statistisch gesehen zu den gefährlichsten überregionalen Straßen zählt.

NACHTRAG: 16.05.2020 – Der Minister

für Verkehr und Infrastruktur Andreas Scheuer (CSU) hat aufgrund der überwältigenden Anzahl an Unterschriften in Petitionen und der allgemeinen negativen Einstellung der Mehrheit der Bevölkerung die Novellierung zurückgenommen bzw. will sie zurück nehmen und somit die Ausführung des Willen des Volkes angekündigt. Härtere Strafen als zuvor sind dennoch zu erwarten.

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