Die Masken fallen

Die Welt schließt ihre Tore. Auch innerhalb der EU. Der Tanzball beginnt. Einerseits könnte man Angst haben, dies würde einen Keil zwischen die einzelnen Tanzpartner, die Mitgliedsstaaten, schieben, da die EU ja ein sehr bedeutendes Konzept sei – stellt sich lediglich die Frage ihrer Bedeutung, wenn sie sich anscheinend mit Kriesen überfordert hält und deswegen noch keine einzige Äußerung zum Thema Corona abgegeben hat – geschweige denn Schutzmaßnahmen ergriffen. Oder doch?

Die EU will gemeinsam gegen die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus vorgehen. Doch bei aller Sorge beschwichtigen die Minister: Von einer Krise könne nicht die Rede sein.

Von Stephan Ueberbach, ARD-Studio Brüssel

Schön, das sie jetzt auch nach getaner Arbeit der Länder und Bunde sich nun auch bequemt ihren Hintern von der Bar auf das Tanzparkett zu schwingen … wofür zahlen wir nochmal Millionen an Steuergeldern? Ach ja, für Vorschriften über den Krümmungsgrad von Gurken.

Die Pandemie lässt einige Masken fallen, sie zeigt wer sich für das Wohl des Volkes einsetzt, wer unfähig ist rechtzeitig Entscheidungen zu treffen und wer sein Wort nicht halten kann. „Es wird niemand benachteiligt werden“ (Markus Söder). Doch wird das nicht der Teil der Schüler, der nicht zu jenem Lerntyp gehört, der in Ruhe und Stille am besten arbeitet, sondern z.B: den Diskurs braucht oder den depresiven Schüler, dem die Lage sehr auf die Nerven schlägt. Manche Schulen setzen bereits am Tag nach Aufhebung der Schulschließung die ersten Schulaufgaben an, anstatt zumindest eine Revisionsphase über den im Home-Office gelernten Stoff einzulegen.

Andere wiederum setzen den Wachstum des BIP ethisch höher an als Menschenleben. So reißt Laschet, obwohl auch NRW stark betroffen ist, die Führung des Tanzes an sich und will den Lockdown beenden – obwohl es noch keine Medikation gegen Corona gibt. Was das noch mit Ethik zu tun hat. In jeder – egal welche man sich aussucht: Die Christliche, der Imperativ Kants oder welche auch immer – das Menschenleben ist ein nicht in Anzahl messbares Gut, das über allem Steht.

Das Ende der Normalität war wie das Ende eines venezianischen Maskenballs, jeder lässt seine Maske fallen und es zeigt sich das ware Gesicht.

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