Schulen öffnen wieder

Nordrhein-Westfalen hat bereits Abitur geschrieben, auch Bayern will seine Schulen wieder öffnen – obwohl die Pandemie noch nicht bekämpft wurde. So soll eine Ungerechtigkeit vorherigen Jahrgängen vermieden werden, die auch ihre Abiturprüfung ablegen mussten. Ja, aber so ist es unfair den jungen Schülern gegenüber, die als Teil der Risikogruppe schwere bis tödliche Schäden von einer Infektion erleiden können. Und Infektionen verbreiten sich nun einmal vor allem durch Kontakt und Nähe, Nähe wie sie in den engen Klassenzimmern bei der Anzahl von Schülern pro Kurs nicht vermieden werden kann. So kann noch nicht einmal das Gebot des Mindestabstandes eingehalten werden, was eine große Anzahl an Infektionen umso wahrscheinlicher macht. Auch muss man bedenken, wenn die Schulen nur für ältere Schüler öffnen würde – es gäbe nicht genug Lehrkräfte um die Anzahl der Schüler pro Kurs zu minimieren, damit man die Abstandsregelungen einhalten könnte. Klar, man könnte den Unterricht in zwei Schichten aufteilen. Die eine Hälfte der Klasse wird morgens, die andere nachmittags unterrichtet. Unfair den Schülern gegenüber, die nicht ausschlafen dürfen und auch eine viel größere Belastung für Lehrer, da so keine Zeit für Unterrichtsvorbereitungen und Korrekturen von Prüfungen mehr übrigbleibt. Somit auch nicht durchführbar. So muss auch bedacht werden, um den Bogen bezüglich der These der Öffnung ausschließlich für ältere Schüler zu schließen, das eine Familie entweder eines oder mehrere Kinder hat oder nicht – also infizierte ältere Schüler dann wiederum unbewusst ihre jüngeren gefährdeten Geschwister anstecken können. Das menschliche Leben ist aus ethischer Sicht das höchste Gut, und dieses ist nicht in Zahlen zu messen, denn wie auch Ministerpräsident Markus Söder gesagt hat „Jeder einzelne Verstorbene ist Zuviel“. Gerade deswegen müsste es gelten, jenes Gut unter allen Umständen zu schützen und nicht unter dem fadenscheinigen Vorwand der Ungerechtigkeit eine Risikogruppe in Lebensgefahr zu bringen. Denn dies ist viel ungerechter. Vor allem wenn man bedenkt, dass das Niveau der Abiturprüfungen seit Jahren gestiegen ist und somit nicht mehr mit dem Niveau des Abiturs von der Elterngeneration verglichen werden kann, zumal auch keine Pflicht der Ablegung der Prüfung in einzelnen Fächern bestand, womit man sowieso nicht von einer gleichwertigen gerechten Konstante ausgehen kann. Dies macht das Argument der Ungerechtigkeit vorhergehenden Jahrgängen gegenüber ebenso fadenscheinig, da sowieso keine Gerechtigkeit in dem Vergleich mit vorhergehenden und folgenden Jahrgängen mit Novellierungen besteht.

4 Gedanken zu “Schulen öffnen wieder

    1. Bitte entschuldigen Sie vielmals die späte Freischaltung des Kommentars, wurde soeben erst bemerkt.

      Da eine Benotung und Aufrechterhaltung der Abschlüsse eben sehr unfair zahlreichen Lerntypen und Minderheiten gegenüber wäre, scheint die einzige Lösung zu sein, das die Kriterien für das Bestehen eines Abschlusses ausgesetzt werden, somit jeder den Abschluss bestanden hat. Mit der Note / dem Schnitt, die / den er oder sie eben erzielt hat. Wenn zum Beispiel ein Schüler ein Jahr freiwillig oder unfreiwillig wiederholt hat, wäre eine weitere Wiederholung nicht möglich, wenn die erste beispielsweise in den Abschlussjahren des Gymnasiums wäre. Egal, ob ein Schüler einmal wiederholt hat oder wiederholen musste – er muss auch in diesem Jahr faire und gerechte Bedingungen haben und nicht zum Beispiel wiederholern aus vorherigen Jahrgängen gegenüber benachteiligt sein.
      Natürlich sollten so auch NCs (Nummerus Clausus) für Schüler aus diesen Jahrgängen nicht gelten.
      Zwar haben wir so wahrscheinlich mehr Studienabbrecher, aber keine ungerechte Behandlung von Minderheiten. Und da jene, bei einer sehr grpßen Überforderung eben die angesteuerte Ausbildung abbrechen, ist kein großer Schaden im Sinne von unbegabten Ausgebildeten zu erwarten. Lediglich ein verschmerzbarer Zeitschaden für Abbrecher.

      So wäre es auch von Vorteil, wenn der Stoff kurz vor und nach der Schulschließung in den daraufvolgenden Stunden unbenotet und nach Möglichkeit ohne erhötem Notendruck wiederholt werden würde, Lerntypen, die mit der Situation nicht gut umgehen können, somit eine Art Rettungsring zugeworfen wird.

      Liken

    1. Alllerdings. Zumal sämtliche Sicherheitsvorgaben nicht eingehalten werden können. Entweder man hat ein / oder mehrere Kinder, oder keine. Und die Großen können dann die Kleinen anstecken, die zu der Gefarengruppe gehören. Das Beste, was man machen kann ist nichts zu machen. Diese Kriese muss erst einmal ausgesessen werden.Wir haben noch viel zu viele Infizierte. Eine zu schnelle Lockerung der Regulationen, gerade im belasteten Bayern, könnte die bisherigen Einbußen sinnlos und die Infektionsraten in die Höhe preschen lassen. Geduld haben und Abwarten ist das Richtige. „Das wichtigste ist zu lernen, das mna nichts tun kann“, da stimme ich völlig zu.

      https://perspektive.site/2020/04/13/covid-19-update/

      Gerade Schulsport und Sportabitur wäre unmöglich

      https://perspektive.site/2020/04/11/sport-wahrend-der-quarantane/

      Siehe auch: Notabitur wegen Corona & Isolation?
      https://perspektive.site/2020/03/28/notabitur-wegen-corona-isolation/

      Gefällt 1 Person

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