Klimaschutz & Schule

In einer Schule, dem Gymnasium Kirchseeon, im Landkreis Ebersberg in Bayern gibt es seit einigen Wochen die so genannte Klimapause. Jeden Mittwoch in der ersten Pause treffen sich die Schüler und Lehrer um über den Klimaschutz zu fachsimpeln.

So ist das Konzept eine gute Idee, den Schülern zu vermitteln, wie wichtig politisches Engagement wirklich ist und sie zu einem bewussten Umgang mit jenem zu erziehen. Schüler werden so mit einem Thema adressiert, das, dank des Populismus von Klimabewegungen, die allermeisten interessieren dürfte. Das so geweckte Engagement und Training in einem verantwortungsvollen Umgang mit der Macht der Wahl in einer Demokratie wird so auch große Auswirkung auf die Wahlbeteiligung und Reflektion der Schüler in späteren Wahlen haben.

Heikel ist nur die Frage der Gefahr einer jenen Pause, denn gerade junge Schüler haben noch keine Erfahrung in der differenzierten und weitreichenden Beleuchtung von Themen aus diversen Perspektiven, was für den Prozess den Treffens einer objektiven politischen Entscheidung essentiell ist.

So ist die Präsentation des Fällen von Entscheidungen ohne Einbezug der Opposition und der Ignoranz von wissenschaftlichen Ergebnissen oder Argumenten, die die eigens angestrebten Methodiken in Frage stellen den noch jüngeren Schükern gegenüber eine große Gefahr für deren Prozess der Entscheidungsbildung, sowie für deren Demokratieverdtändnis und den Wertepluralismus im Allgemeinen.

Auch stellt eine einseitige Beleuchtung die politische Neutralität, zu der Schulen verpflichtet sind, nicht nur in Frage, sondern negiert sie, wenn einseitig nur für Organisationen einer Wertegmeinschaft und einer politischen parteiorientiertrn Richtung, geworben wird.

So ist es essentiell, das solche Klimapausen in einem freien Rahmen gehalten werden, also nur als Foren für den freien Meinugsaustausch agieren, sowie Fehlschlüsse hinterfragt und gesetzliche Rahmen gewährt werden, was auch auf die Schüler zutrifft. Ansonsten könnten zum Beispiel auch Schulen im sächsischen Raum auf die Idee kommen „Immigrationspausen“ zu eröffnen, in denen parteinahme Politik einer anderen Partei alleinstehend thematisiert wird, und so zu einem Ergebnis kommen, das vielleicht sogar gegen die Verfassung und die Menschenrechte verstößt.

Der Philosoph und Professor für Soziologie Jürgen Habermas begründete einst mit Apel zusammen die Diskursethik. Eine metaethische Herangehensweise, die den Ablauf und die Bedingungen einer erfolgreichen differenzierten Auseinandersetzung mit einer Thematik zur Problemlösung jener definiert. Eine Abhaltung von Klimapausen im Rahmen jener Idee wäre wohl die beste Lösung zur Vermeidung der Gefahren und Nutzung des Potentials jener Pausen. Entscheidend ist hier selbstredend die Anwednung der Auslegung nach Habermas, also ohne die Letztbegründung Apels.

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